Warum ein Lexikon des Sportschießens
Wenn du in einem Schützenverein anfängst, hörst du in der ersten halben Stunde ein Dutzend unbekannter Wörter. Ein Trainer spricht von “Grouping”, ein erfahrener Schütze erwähnt seine “Waffenbesitzkarte”, ein anderer kommentiert den “Hit Factor” des letzten IPSC-Matches. Niemand nimmt sich die Zeit, alles zu übersetzen, und du nickst und tust so, als würdest du folgen.
Dieses Lexikon vereint mehr als 130 Begriffe, die im Alltag in Vereinen und bei Wettkämpfen verwendet werden. Es ist nach Themen geordnet: Ausrüstung, Schießtechnik, Verwaltung und Wettkampf. Jede Definition ist kurz, präzise, nutzt das korrekte Vokabular des zivilen Sportschießens und endet mit einem konkreten Anwendungsbeispiel, um den Begriff in einer realen Vereins- oder Wettkampfsituation zu verankern.
Halte diese Seite in den ersten Monaten griffbereit. Du kannst sie auch als schnelle Referenz vor einem Wettkampf nutzen, um einen Regelbegriff zu prüfen, der dir in einem Wettkampfheft begegnet.
Vokabular der Ausrüstung: die Waffe
Diese Begriffe bezeichnen die Teile und physischen Eigenschaften einer Sportwaffe.
- Abzug (Züngel): bewegliches Teil, das mit dem Finger betätigt wird, um den Schuss auszulösen. Das ist der einzig korrekte Begriff für diese Bedienung — der interne Mechanismus, der den Schlagbolzen freigibt, wird im allgemeinen Sprachgebrauch nie so genannt. Beispiel: “Dein Abzug bricht zu trocken, du antizipierst den Schuss” ist eine übliche Bemerkung eines Trainers am Anfang der Ausbildung.
- Lauf: gezogenes Metallrohr (oder glattes bei manchen Wurfscheibendisziplinen), durch das das Projektil läuft. Seine Länge und sein Zustand beeinflussen direkt die Präzision. Beispiel: ein Büchsenmacher prüft den Zustand des Laufs, bevor er eine Gebrauchtwaffe für den Präzisionswettkampf freigibt.
- Züge: schraubenförmige Rillen im Inneren des Laufs, die dem Projektil eine Rotationsbewegung verleihen, um es im Flug zu stabilisieren. Beispiel: verschmutzte Züge nach einer langen Trainingseinheit erklären oft einen Präzisionsverlust am Ende einer Serie.
- Verschluss: bewegliches Teil, das die Kammer im Moment des Schusses schließt und die Hülsenauswerfung nach dem Schuss sicherstellt. Beispiel: eine Ladehemmung an einem Karabiner wird oft behoben, indem man den Verschluss manuell betätigt, um die klemmende Hülse zu lösen.
- Magazin: abnehmbares Teil, das Munition vor der Zuführung in die Kammer speichert, typisch für halbautomatische oder Repetierwaffen. Beispiel: ein IPSC-Schütze trainiert den Magazinwechsel im Leerlauf, um Zehntelsekunden im Match zu gewinnen.
- Trommel: rotierender Zylinder, der die Munition bei einem Revolver enthält, zu unterscheiden vom Magazin halbautomatischer Waffen. Beispiel: das Öffnen der Trommel, um visuell zu prüfen, dass sie leer ist, gehört zu den systematischen Sicherheitsgesten am Ende einer Trainingseinheit.
- Korn: Visierelement vorne am Lauf, vorderer Bezugspunkt, der mit dem Kimme ausgerichtet wird. Beispiel: ein durch Schwarzpulverrauch verschmutztes Korn kann die Ausrichtung an einer alten Waffe verfälschen.
- Kimme: hinteres Visierelement, bei den meisten Präzisionswaffen in Höhe und Richtung verstellbar. Beispiel: nach drei nach rechts versetzten Treffern rät der Trainer, die Kimme um eine Raste nach links zu korrigieren.
- Schaft (Griffstück): der Teil der Waffe, der in die Hand genommen (Pistole) oder an die Schulter gelegt wird (Karabiner), bei Wettkampfmodellen oft verstellbar. Beispiel: ein zu breiter Griff hindert manche Schützen mit schmalen Händen daran, den Abzug bequem zu erreichen.
- Kimmkerbe: Kerbe der Kimme, durch die der Schütze das Korn ausrichtet. Beispiel: das Korn zentriert in der Kimmkerbe zu halten, ohne asymmetrischen Lichtspalt auf jeder Seite, ist die erste Anweisung, die einem Anfänger gegeben wird.
- Abzugsgewicht: Kraft in Gramm oder Kilogramm, die zum Betätigen des Abzugs nötig ist, bei vielen Präzisionswaffen verstellbar. Beispiel: eine 10m-Präzisionspistole ist oft auf ein sehr leichtes Abzugsgewicht von etwa 500 Gramm eingestellt.
- Abzugsweg: Strecke, die das Abzugszüngel vom Ausgangspunkt bis zum Druckpunkt zurücklegt. Beispiel: einen kürzeren Abzugsweg zu wählen ermöglicht ein saubereres Lösen, erhöht aber das Risiko eines ungewollten Schusses, wenn die Bewegung nicht beherrscht wird.
- Druckpunkt: der genaue Moment, in dem der Abzug den Schlagbolzen freigibt, nachdem er den mechanischen Widerstand überwunden hat. Beispiel: den Druckpunkt zu spüren, ohne ihn vorherzuahnen, ist einer der ersten Bezugspunkte, die ein Anfänger beim Trockentraining übt.
- Schlagbolzen: Teil, das die Zündkapsel der Patrone trifft, um die Zündung auszulösen. Beispiel: wiederholtes Trockentraining verschleißt bei manchen alten Waffen vorzeitig den Schlagbolzen, daher der Einsatz von Übungspatronen.
- Sicherung (Sicherungshebel): Hebel oder Knopf, der mechanisch den Schuss blockiert, solange er eingelegt ist. Beispiel: der erste Reflex beim Übernehmen einer Waffe im Verein ist, die Position der Sicherung zu prüfen, noch bevor man sie lädt.
- Auszieher: Teil, das den Rand der Hülse fasst, um sie beim Auswurfzyklus aus der Kammer zu ziehen. Beispiel: ein verschlissener Auszieher führt manchmal dazu, dass eine Hülse nach dem Schuss in der Kammer stecken bleibt.
- Auswerfer: Teil, das die Hülse aus der Waffe wirft, sobald sie vom Auszieher aus der Kammer gezogen wurde. Beispiel: an einem überdachten Schießstand fallen ausgeworfene Hülsen oft rechts vom Schützen, daher der Einsatz von Auffangbehältern.
- Kammer (Patronenlager): Teil des Laufs, in dem die Patrone unmittelbar vor dem Schuss positioniert wird. Beispiel: eine visuelle Kontrolle der Kammer gehört bei jeder Übernahme einer Waffe im Verein zum Sicherheitsprotokoll.
Vokabular der Ausrüstung: Optik und Zubehör
Zielausrüstung und Zubehör bilden eine zweite unverzichtbare Vokabelfamilie.
- Absehen: sichtbares Muster in einem Zielfernrohr oder Rotpunktvisier, das als Zielmarkierung dient (Kreuz, Punkt, Kreis). Beispiel: ein feines Absehen eignet sich für Präzision auf ruhende Ziele, ein dickes Absehen erleichtert das schnelle Zielen im dynamischen Schießen.
- Rotpunktvisier: optisches Zielgerät, das einen leuchtenden Punkt auf eine Linse projiziert, ohne Vergrößerung, sehr verbreitet im dynamischen Schießen und Schnellfeuer-Pistolenschießen. Beispiel: der Wechsel vom mechanischen Visier zum Rotpunkt braucht einige Trainingseinheiten, um die schnellen Zielbezugspunkte wiederzufinden.
- Zielfernrohr (Optik): vergrößerndes optisches Gerät auf einer Langwaffe, verwendet in Präzision und Langdistanzschießen. Beispiel: ein schlecht befestigtes Zielfernrohr, das beim Rückstoß wandert, ruiniert die Wiederholbarkeit der Einstellungen von einer Trainingseinheit zur nächsten.
- Vergrößerung: Vergrößerungsfaktor des Bildes, den ein Zielfernrohr bietet, ausgedrückt in “x” (ein 4x vergrößert viermal). Beispiel: eine variable Vergrößerung von 3-9x passt sich sowohl an ein Ziel auf 50m als auch an eines auf 300m an.
- Parallaxe: scheinbare Verschiebung zwischen Absehen und Ziel, wenn das Auge nicht perfekt in der optischen Achse zentriert ist, bei manchen hochwertigen Zielfernrohren korrigierbar. Beispiel: ein Bench-Rest-Schütze stellt die Parallaxe vor jeder Serie systematisch auf die genaue Entfernung seines Ziels ein.
- Trageriemen (Schießriemen): Riemen, der einen Karabiner an der Schulter stützt oder die Position im Liegendanschlag stabilisiert. Beispiel: ein straff um den Vorderarm gespannter Riemen verbessert spürbar die Stabilität in der Liegendposition auf 50 Meter.
- Holster: Behältnis, das die Faustfeuerwaffe sicher zwischen den Schussphasen trägt, im dynamischen Schießen Pflicht. Beispiel: das IPSC-Reglement schreibt ein Holster vor, das den Abzug vollständig bedeckt, um jeden versehentlichen Kontakt zu vermeiden.
- Magazintasche: Gürtelzubehör, das Reservemagazine während eines gestoppten Wettkampfs bereithält. Beispiel: die Anordnung der Magazintaschen am Gürtel ändert sich je nachdem, ob der Schütze Rechts- oder Linkshänder ist.
- Gehörschutz (Kapselgehörschutz / Ohrstöpsel): passiver oder aktiver Gehörschutz, auf allen Schießständen Pflicht. Beispiel: ein elektronischer Gehörschutz verstärkt Umgebungsstimmen, während er den Knall des Schusses dämpft, praktisch, um Kommandos zu folgen.
- Schießbrille: Pflichtausrüstung gegen Spritzer (ausgeworfene Hülsen, Bleipartikel, Wurfscheibensplitter). Beispiel: beim Wurfscheibenschießen verbessern getönte Gläser zusätzlich den Kontrast der Scheibe gegen den Himmel.
- Wettkampfgürtel: starrer Gürtel, der Holster und Magazintaschen im dynamischen Schießen trägt, zu unterscheiden von einem normalen Gürtel. Beispiel: ein schlecht angepasster Wettkampfgürtel lässt das Holster bei Bewegungen auf einem IPSC-Parcours kippen.
- Stativ / Zweibein: Auflage, die eine Langwaffe im Liegend- oder Sitzanschlag stabilisiert. Beispiel: ein höhenverstellbares Zweibein erlaubt es, die Liegendposition auf unebenem Gelände im Langdistanzschießen anzupassen.
- Schießmatte: weiche Unterlage für die Liegendposition, die Ellbogen schützt und den Komfort verbessert. Beispiel: eine dicke Schießmatte begrenzt die Ermüdung bei einem mehrstündigen Präzisionsmatch in der Liegendposition.
- Schießsack (Sandsack): Auflagenzubehör, das den vorderen oder hinteren Teil des Schafts in Bench-Rest-Position stabilisiert. Beispiel: zwei Schießsäcke, einer unter dem Schaft und einer unter dem Lauf, erlauben es, die Bewegung des Schützen fast vollständig zu isolieren.
- Schießhandschuh: verstärkter Handschuh, der die Halte-Hand vor der Hitze des Laufs oder wiederholter Reibung schützt. Beispiel: ein Schießhandschuh verhindert leichte Verbrennungen nach einer langen Serie beim Wurfscheibenschießen an einem heißen Tag.
Vokabular der Ausrüstung: Munition
Ein Munitionsdatenblatt zu verstehen erfordert eigenes Vokabular.
- Kaliber: nominaler Durchmesser des Projektils und der Laufbohrung, ausgedrückt in Millimetern oder Hundertstel Zoll (z.B. .22 LR, 9mm). Beispiel: die meisten olympischen Präzisionsdisziplinen werden im Kaliber .22 LR geschossen, günstig und leise.
- Hülse: metallene Hülle, die das Pulver enthält und das Projektil vor dem Schuss zurückhält, bei halbautomatischen Waffen nach Gebrauch ausgeworfen. Beispiel: seine Hülsen nach einer Trainingseinheit einzusammeln ist bei Schützen, die selbst laden, eine übliche Gewohnheit.
- Zündkapsel: kleine, schlagempfindliche Ladung, die die Pulververbrennung auslöst. Beispiel: eine Zündkapsel, die beim ersten Schlagbolzenschlag nicht zündet, zwingt dazu, das Sicherheitsverfahren zu wiederholen, bevor man die Patrone entnimmt.
- Pulver: Treibladung, die beim Verbrennen die Gase erzeugt, die das Projektil aus dem Lauf treiben. Beispiel: die beim Selbstladen verwendete Pulvermenge beeinflusst direkt die Geschwindigkeit und den spürbaren Rückstoß.
- Geschoss (oder Kugel): der Teil des Projektils, der den Lauf verlässt, zu unterscheiden von der kompletten Patrone. Beispiel: ein schwereres Geschoss bietet oft eine bessere Flugstabilität auf große Distanz, auf Kosten eines stärkeren Rückstoßes.
- Anfangsgeschwindigkeit: Geschwindigkeit des Projektils gemessen beim Verlassen des Laufs, ausgedrückt in Metern pro Sekunde. Beispiel: ein vor dem Schießstand aufgestelltes Chronographen-Messgerät erlaubt es, die Anfangsgeschwindigkeit einer selbstgeladenen Munition vor der Freigabe zu prüfen.
- Wiederladen: die Praxis, eigene Patronen aus Hülsen, Zündkapseln, Pulver und Geschossen zusammenzusetzen, streng geregelt durch Sicherheitsvorschriften. Beispiel: ein Schütze, der wiederlädt, kann seine Munition auf seine Waffe abstimmen, um die Gruppierung zu optimieren.
- Subsonische Munition: Munition, deren Geschwindigkeit unter der des Schalls bleibt und einen reduzierten Knall erzeugt. Beispiel: subsonische .22-LR-Munition begrenzt die Lärmbelastung an einem überdachten Schießstand.
- Platzpatrone: Munition ohne Projektil, verwendet für bestimmte Übungen oder betreute Vorführungen. Beispiel: eine Platzpatrone unterliegt denselben Handhabungs- und Sicherheitsregeln wie echte Munition.
- Wettkampfmunition (Match): Munition mit verstärkter Qualitätstoleranz, um die Gleichmäßigkeit der Gruppierung zu garantieren. Beispiel: ein olympischer Präzisionsschütze wechselt während der Saison selten die Charge seiner Wettkampfmunition, um seine Einstellungen zu bewahren.
- Munitionscharge: Satz von Patronen, die unter denselben Bedingungen hergestellt wurden, deren ballistische Gleichmäßigkeit von Charge zu Charge variieren kann. Beispiel: mehrere Munitionschargen vor einer Meisterschaft zu testen erlaubt es, die mit der engsten Gruppierung zu identifizieren.
- Kaliber .22 LR: schwaches, sehr verbreitetes Kaliber für den Einstieg und olympische Präzision, günstig in der Anschaffung. Beispiel: die Mehrheit der Vereine bietet ihre ersten Schnuppertrainings im Kaliber .22 LR an.
Technisches Vokabular: Zielen und Schießen
Das sind die Begriffe, die du während der Ausbildung am häufigsten am Schießstand hörst.
- Ausrichtung (Visierlinie): korrekte Überlagerung von Korn in der Kimmkerbe (oder Absehen auf dem Ziel), Grundvoraussetzung für einen präzisen Schuss. Beispiel: die Ausrichtung eine Sekundenbruchteil vor dem Lösen zu verlieren, reicht aus, um den Treffer auf 25 Meter um mehrere Zentimeter zu verschieben.
- Zielpunkt / Treffpunkt: der Zielpunkt ist die vom Visier festgelegte Stelle, der Treffpunkt ist die tatsächlich getroffene Stelle auf der Scheibe; die Abweichung zwischen beiden gibt Aufschluss über eine Einstellung oder eine zu korrigierende Bewegung. Beispiel: eine konstante Abweichung nach unten zwischen Ziel- und Treffpunkt weist eher auf eine Kimmeinstellung als auf einen Bewegungsfehler hin.
- Lösen (des Schusses): der genaue Moment, in dem der Abzug seinen Druckpunkt erreicht und der Schuss bricht. Beispiel: ein zu abruptes Lösen zerstört die kurz zuvor erreichte Ausrichtung, daher das Beharren der Trainer auf sanfte Bewegung.
- Nachhalten: das Halten von Position und Zielung während und kurz nach dem Lösen, ohne den Rückstoß zu antizipieren. Beispiel: die Augen offen und die Zielung stabil während des Nachhaltens zu halten erlaubt es, sofort einen Flugbahnfehler zu erkennen.
- Antizipation: Fehler, der darin besteht, auf den Rückstoß zu reagieren, noch bevor der Schuss bricht, häufige Ursache für Ungenauigkeit beim Anfänger. Beispiel: eine Trockenübung mit einer Münze auf dem Lauf zeigt sofort ein Antizipationsproblem.
- Rückstoß: Rückwärtsbewegung der Waffe durch den Auswurf von Gasen und Projektil, ohne Verkrampfung zu absorbieren. Beispiel: ein schlecht bewältigter Rückstoß beim Karabiner ist oft eher auf zu wenig Schulteranlage als auf zu viel Munitionskraft zurückzuführen.
- Kontrollierte Atmung: Technik, den Schuss auf eine natürliche Atempause abzustimmen, um die Zielung zu stabilisieren. Beispiel: den Atem länger als zehn Sekunden vor dem Lösen anzuhalten löst im Gegenteil Zittern aus, daher die Bedeutung des Timings.
- Grouping (Gruppierung): Gesamtheit der Treffer einer Schussserie, deren Streuung die Gleichmäßigkeit von Schütze und Material misst. Beispiel: eine enge, aber vom Zentrum versetzte Gruppierung deutet auf ein Einstellungsproblem hin, während eine gestreute Gruppierung eher auf die Bewegung hinweist.
- Nullpunkt (Einschießen): Einstellung des Visiers, um Zielpunkt und Treffpunkt auf eine gegebene Distanz übereinstimmen zu lassen. Beispiel: ein auf 100 Meter eingeschossener Karabiner hat auf 300 Meter nicht denselben Treffpunkt, daher die Wichtigkeit, seine Flugbahn zu kennen.
- Schießposition: vom Körper eingenommene Haltung während des Schusses — stehend, kniend oder liegend je nach Disziplin und Reglement. Beispiel: der Wechsel von einer Schießposition zur anderen während eines olympischen Wettkampfs folgt einer vom Reglement vorgegebenen Reihenfolge.
- Stance: Anordnung von Stand und Oberkörper beim dynamischen Pistolenschießen, je nach Schule unterschiedlich. Beispiel: eine zu geschlossene Stance begrenzt die Übergangsgeschwindigkeit zwischen zwei Zielen auf einem IPSC-Parcours.
- Griff (Grip): Art, die Waffe zu fassen, entscheidend für Stabilität und Rückstoßkontrolle. Beispiel: ein zu lockerer Griff an einer Wettkampfpistole erhöht spürbar die Erholungszeit zwischen zwei Schüssen.
- Übergang (Transition): Schwenkbewegung der Zielung von einem Ziel zum nächsten beim dynamischen Schießen. Beispiel: den Übergang zwischen zwei eng beieinanderliegenden Platten zu trainieren erlaubt es, wertvolle Zeit auf einem Steel-Challenge-Parcours zu gewinnen.
- Doppelaktion / Einzelaktion: Funktionsweise des Abzugs einer Waffe, je nachdem, ob er den Schlagbolzen in einer Bewegung spannt und freigibt (Doppelaktion) oder nur freigibt (Einzelaktion). Beispiel: ein in Doppelaktion abgefeuerter Revolver benötigt einen längeren Abzugsweg und ein höheres Gewicht als in Einzelaktion.
- Instinktives Schießen: Technik des schnellen Zielens, die auf Auge-Hand-Koordination beruht statt auf präziser Visierausrichtung. Beispiel: instinktives Schießen wird vor allem auf kurze Distanz trainiert, wo Schnelligkeit vor millimetergenauer Präzision steht.
- Ziehen: das Herausnehmen der Waffe aus dem Holster, um ein Ziel anzugehen, in manchen dynamischen Disziplinen zeitgemessen. Beispiel: ein flüssiges, ruckfreies Ziehen wird durch Dutzende leere Wiederholungen erlernt, bevor man es im Match versucht.
- Schussrhythmus (Kadenz): Zeitintervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schüssen, angepasst an Disziplin und angestrebte Präzision. Beispiel: den Schussrhythmus an einem entfernten Ziel zu verlangsamen kompensiert oft einen Präzisionsverlust am Ende einer Serie.
- Trockentraining: Training ohne Munition, mit entladener und geprüfter Waffe, um Ziel- und Abzugsbewegung zu üben. Beispiel: zehn Minuten Trockentraining vor jeder Einheit reichen oft, um einen hartnäckigen Antizipationsfehler zu korrigieren.
- Augendominanz: das von Natur aus für das Zielen bevorzugte Auge, das nicht immer auf derselben Seite ist wie die führende Hand. Beispiel: ein Rechtshänder mit linker Augendominanz muss seine Zielposition oft entsprechend anpassen.
Verwaltungsvokabular: Lizenz und Genehmigungen
Dieses Vokabular deckt die Formalitäten ab, um legal im Verein zu üben.
- Sportschützen-Lizenz: jährlicher, vom Schützenverband ausgestellter Titel, der den Status als Sportschütze bescheinigt und eine Haftpflichtversicherung einschließt. Beispiel: ohne aktuelle Lizenz kann sich ein Schütze weder für einen offiziellen Wettkampf anmelden noch seine regelmäßige Praxis gegenüber Behörden nachweisen.
- Ärztliches Attest: für die Ausstellung oder Verlängerung der Lizenz erforderliches Dokument, das die Abwesenheit von Gegenanzeigen für die Schießpraxis bescheinigt. Beispiel: der Verein verlangt das ärztliche Attest oft schon vor der ersten betreuten Probeeinheit.
- Kategorie A: Waffenkategorie, die Privatpersonen verboten ist, militärischem und gleichgestelltem Material vorbehalten. Beispiel: ein ziviler Sportschütze hat im Rahmen seiner Vereinspraxis niemals Zugang zu einer Waffe der Kategorie A.
- Kategorie B: genehmigungspflichtige Kategorie, die die meisten Faustfeuerwaffen und Halbautomaten umfasst, die im Verein verwendet werden. Beispiel: der Kauf einer Pistole der Kategorie B setzt eine vorherige, von der Behörde ausgestellte Genehmigung voraus.
- Kategorie C: anzeigepflichtige Kategorie, die bestimmte Jagdwaffen und manuelle Repetierbüchsen umfasst. Beispiel: ein Karabiner der Kategorie C kann nach einer einfachen Anzeige erworben werden, ohne das Genehmigungsverfahren zu durchlaufen.
- Kategorie D: frei verkäufliche oder registrierungspflichtige Kategorie, die schwache Luftdruckwaffen, bestimmte Nachbildungen und bestimmte historische Waffen umfasst. Beispiel: ein Luftgewehr der Kategorie D eignet sich oft, um mit dem Schießen in der Familie zu beginnen, bevor eine Waffe höherer Kategorie in Betracht gezogen wird.
- Genehmigungsantrag (Waffenbesitzkarte): Gesamtheit der Unterlagen, die bei der Behörde eingereicht werden, um die Genehmigung zum Besitz einer Waffe der Kategorie B zu erhalten, einschließlich der Vereinsbestätigung und des ärztlichen Attests. Beispiel: einen vollständigen Antrag schon beim ersten Gesuch zusammenzustellen erspart oft mehrere Monate administrativen Hin und Her.
- Bestätigung des Vereinsvorsitzenden: Dokument, das der Vorsitzende des angeschlossenen Vereins zur Unterstützung eines Genehmigungsantrags übermittelt. Beispiel: ohne befürwortende Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden hat ein Genehmigungsantrag der Kategorie B kaum Erfolgsaussichten.
- Waffentresor (Waffenschrank): für die Aufbewahrung einer Waffe der Kategorie B zu Hause vorgeschriebene, gesicherte Aufbewahrungseinrichtung. Beispiel: eine behördliche Kontrolle kann prüfen, ob Waffe und Munition tatsächlich in einem konformen Waffentresor aufbewahrt werden.
- Waffenregister: Dokument, das die Besitznachverfolgung einer Waffe protokolliert, geführt vom Verein oder Büchsenmacher je nach Fall. Beispiel: jede Waffenüberlassung zwischen Privatpersonen muss im Register vermerkt werden, um im Kontrollfall nachvollziehbar zu bleiben.
- Behördliche Genehmigung: Verwaltungsentscheidung, die das Recht gewährt, eine Waffe der Kategorie B für eine begrenzte, verlängerbare Dauer zu besitzen. Beispiel: eine abgelaufene behördliche Genehmigung muss vor der Frist erneuert werden, um legal zu bleiben.
- Lizenzverlängerung: jährliches Verfahren, das die Sportschützen-Lizenz erneuert, in der Regel begleitet von einem neuen ärztlichen Attest gemäß geltender Periodizität. Beispiel: die Lizenzverlängerung am Ende der Saison vorausschauend zu erledigen vermeidet eine Unterbrechung des Versicherungsschutzes vor den ersten Wettkämpfen der folgenden Saison.
- Anschluss (angeschlossener Verein): Status eines vom Verband anerkannten Vereins, Voraussetzung dafür, dass seine Lizenzinhaber an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen. Beispiel: ein Schütze, der den Verein wechselt, prüft zuerst, ob die neue Struktur tatsächlich beim Verband angeschlossen ist.
- Waffentransport (Transportmeldung): Regeln für die Beförderung einer Waffe zwischen Wohnsitz und Schießstand, Waffe entladen und getrennt von der Munition transportiert. Beispiel: die strikte Einhaltung der Transportregeln gilt sowohl für eine einfache Fahrt zum Verein als auch für eine Reise zu einem regionalen Wettkampf.
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle: in regelmäßigen Abständen erforderliche ärztliche Untersuchung, um eine Genehmigung oder Lizenz weiter zu besitzen. Beispiel: eine fehlende regelmäßige ärztliche Kontrolle kann die Verlängerung einer behördlichen Genehmigung vorübergehend aussetzen.
Wettkampfvokabular: Disziplinen und Formate
Wettkämpfe und angeschlossene Vereine verwenden eine für jede Disziplin eigene Terminologie.
- Präzision (Pistole/Karabiner): Disziplin mit einem festen Ziel auf bestimmte Entfernung (10m, 25m, 50m je nach Wettkampf), bewertet auf einer Skala konzentrischer Ringe. Beispiel: die 10-Meter-Präzision mit der Pistole bleibt eine der zugänglichsten Disziplinen für den Einstieg in offizielle Wettkämpfe.
- TAR (Schießen mit Ordonnanzwaffen): Disziplin auf Zielen mit farbigen Zonen, mit Waffen von Kaliber und Konfiguration, die durch ein eigenes Reglement geregelt sind. Beispiel: TAR zieht oft Präzisionsschützen an, die eine Disziplin mit anderen Materialauflagen suchen.
- Wurfscheibenschießen (Ball-Trap): Wurfscheiben-Disziplin, bei der mit einer Flinte fliegend geworfene Tontauben beschossen werden, in mehreren Formaten (Trap, Skeet, Jagdparcours). Beispiel: ein Anfänger beim Wurfscheibenschießen beginnt meist mit Trap, dem in Vereinen am weitesten verbreiteten Format.
- IPSC: zeitgemessene dynamische Schießdisziplin auf Karton- und Metallziele oder Platten, die auf einem Parcours angeordnet sind, bewertet nach kombinierter Präzision und Geschwindigkeit. Beispiel: ein IPSC-Parcours kombiniert oft Bewegungen, Magazinwechsel und das Angehen mehrerer Ziele in freier Reihenfolge.
- Steel Challenge: zeitgemessene dynamische Disziplin, bei der der Schütze eine Reihe von Metallplatten in festgelegter Reihenfolge angeht, die Wertung erfolgt nach kürzester Zeit. Beispiel: Steel Challenge gefällt Anfängern im dynamischen Schießen, weil jeder Parcours nur fünf Platten und eine sehr übersichtliche Zeit umfasst.
- Hit Factor: Leistungsindikator im dynamischen Schießen, der erzielte Punkte und Zeit kombiniert, je höher, desto besser die Leistung. Beispiel: zwei Schützen können dieselbe Punktzahl erzielen, aber derjenige mit dem besseren Hit Factor gewinnt dank kürzerer Zeit.
- Metallsilhouette: Disziplin, bei der metallene Tiersilhouetten (Hühner, Schweine, Truthähne, Schafe) auf unterschiedliche Entfernungen zum Kippen gebracht werden. Beispiel: Metallsilhouette erfordert eine genaue Berechnung der nötigen Kraft, um jedes Ziel je nach Entfernung zum Kippen zu bringen.
- Laufende Scheibe: Wettkampf, bei dem sich das Ziel seitlich vor dem Schützen während einer zeitgemessenen Durchgangszeit bewegt. Beispiel: das Schießen auf laufende Scheibe erfordert, die Bewegung vorwegzunehmen, statt wie bei klassischer Präzision einen festen Punkt anzuvisieren.
- Bench-Rest: Präzisionsdisziplin, bei der die Waffe auf einer festen Auflage ruht, mit dem Ziel, die Leistung des Materials von der der Bewegung zu isolieren. Beispiel: Bench-Rest dient oft als Testbank, um eine neue selbstgeladene Munition zu validieren, bevor sie in freier Position verwendet wird.
- Field Target (Armbrust, Luftdruck): Präzisionsdisziplin auf tierförmige Miniaturziele, in einem Außenparcours angeordnet. Beispiel: Field Target mit Luftdruckwaffen erfordert ein gutes Einschätzen von Entfernungen, die oft variieren und nicht im Voraus angekündigt werden.
- Olympisches Schnellfeuer (25m): zeitgemessener Pistolenwettkampf mit sehr kurzen Schussserien auf fünf Ziele, historische olympische Disziplin. Beispiel: olympisches Schnellfeuer verlangt Vier-Sekunden-Serien, die sehr wenig Spielraum lassen, um eine schlechte Ausrichtung zu korrigieren.
- Drei Anschlagsarten (3x40 oder 3x20): Karabinerwettkampf, der Liegend-, Steh- und Knieanschlag in einem Wettkampf aneinanderreiht. Beispiel: der Drei-Anschlagsarten-Wettkampf erfordert besondere Ausdauer, weil jeder Positionswechsel wieder dieselbe Präzision finden muss.
- Sportarmbrustschießen: Präzisionsdisziplin mit einer Armbrust statt einer Feuerwaffe, auf fester Distanz oder im Field-Target-Parcours ausgeübt. Beispiel: Sportarmbrustschießen zieht Bogenschützen an, die eine andere Art von Präzision suchen.
- Schießparcours (Stage): für einen dynamischen Wettkampf festgelegte Übungsfolge, mit Reihenfolge der Zielansprache und Bewegungsvorgaben. Beispiel: das Briefing eines Schießparcours präzisiert immer, in welchen Zonen Bewegung erlaubt und in welchen sie verboten ist.
- Schwarzpulver (historisches Schießen): Disziplin mit Perkussions- oder Steinschlosswaffen, die mit Schwarzpulver geladen werden, in einem geregelten historischen Rahmen. Beispiel: die Schwarzpulver-Disziplin zieht Liebhaber alter Waffen an, die das Ritual des Ladens bei jedem Schuss schätzen.
Wettkampfvokabular: Wertung und Rangliste
Sobald du am Stand stehst, kommt ein neuer Satz Begriffe ins Spiel, um deine Wertung zu verstehen.
- Treffer: Spur, die ein Projektil auf der Scheibe hinterlässt, für die Wertung gezählt. Beispiel: ein Schiedsrichter prüft manchmal mit der Lupe einen Treffer an der Grenze zwischen zwei Zonen, um die Punktzahl zu entscheiden.
- Zone (oder Ring): konzentrische Unterteilung der Präzisionsscheibe, jede Zone wertet eine von der Mitte nach außen abnehmende Punktzahl. Beispiel: ein Treffer, der die Linie zwischen zwei Zonen berührt, wird je nach Reglement meist in der für den Schützen günstigeren Zone gezählt.
- Zentrum (Zehner): mittlere Zone der Scheibe, wertet die höchstmögliche Punktzahl auf einer Präzisionsscheibe. Beispiel: systematisch auf das Zentrum statt auf den theoretischen Scheibenmittelpunkt zu zielen ist ein Reflex, der sich mit Erfahrung entwickelt.
- Serie: Gesamtheit von Schüssen, die nacheinander in einer festgelegten Zeit oder Anzahl abgegeben werden, Grundeinheit der Zählung in Präzision. Beispiel: eine schlecht begonnene Zehn-Schuss-Serie kann oft noch aufgeholt werden, wenn der Schütze bei den folgenden Schüssen ruhig bleibt.
- Match: vollständiger Wettkampf mit mehreren Serien, deren Summe die Endwertung des Schützen bildet. Beispiel: ein 50-Meter-Präzisionsmatch kann mehrere Dutzend Schüsse umfassen, verteilt auf zeitgemessene Serien.
- Rangliste (Ranking): Reihenfolge der Schützen am Ende eines Wettkampfs, nach Punktzahl oder bei Gleichstand nach Stichentscheidkriterien festgelegt. Beispiel: die Endrangliste einer Regionalmeisterschaft dient oft als Auswahlgrundlage für die nationale Ebene.
- Stichentscheid (Stechen): zusätzliche Serie oder Prüfung, organisiert, um bei Punktegleichstand zwischen Schützen zu entscheiden. Beispiel: ein Stechen mit sofortigem Ausscheiden kann zwei Finalisten mit perfektem Gleichstand nach der regulären Serie gegenüberstellen.
- Homologation: offizielle Anerkennung eines Ergebnisses oder Rekords durch den Verband, unter genauen Material- und Schiedsrichterbedingungen. Beispiel: ein Rekordergebnis wird erst nach Prüfung des verwendeten Materials und strikter Einhaltung des Wettkampfreglements anerkannt.
- Schiedsrichter (Kampfrichter): Person, die den Ablauf eines Wettkampfs überwacht, Ergebnisse bestätigt und die Sicherheitsregeln durchsetzt. Beispiel: der Schiedsrichter kann einen Schützen disqualifizieren, der seine Waffe außerhalb des Sicherheitswinkels richtet, auch ohne Schädigungsabsicht.
- Schießkommando: Reihe standardisierter Sprachanweisungen (“laden”, “Feuer”, “Feuer einstellen”), die eine Einheit oder einen Wettkampf im Verein rhythmisiert. Beispiel: das Kommando “Feuer einstellen” zu ignorieren stellt einen schweren Verstoß dar, der unabhängig vom laufenden Ergebnis sofort geahndet wird.
- Strafe (Verfahrensstrafe): Punkte oder Zeit, die dem Ergebnis eines Schützen für einen Verfahrensfehler hinzugefügt werden, wie ein verpasstes Ziel oder eine missachtete Ansprechreihenfolge. Beispiel: eine Verfahrensstrafe im IPSC kann in der Wertung teurer sein als ein einfach vom Zentrum versetzter Treffer.
- Disqualifikation (DQ): sofortiger Ausschluss von einem Wettkampf wegen eines schweren Sicherheitsverstoßes, unabhängig vom erzielten Ergebnis. Beispiel: eine versehentlich nach hinten gerichtete Waffe führt auf den meisten dynamischen Parcours zur sofortigen Disqualifikation.
- Wertungsblatt (Schießzettel): Dokument, das die Ergebnisse eines Schützen für jede Serie oder jedes Ziel eines Wettkampfs festhält. Beispiel: sein Wertungsblatt vor der Unterschrift zu prüfen erlaubt es, einen Zählfehler zu erkennen, bevor er endgültig wird.
- Alpha, Charlie, Delta (IPSC-Zonen): Bezeichnung der Wertungszonen auf einer IPSC-Scheibe, von der wertvollsten (Alpha) bis zur am wenigsten wertvollen (Delta). Beispiel: systematisch die Alpha- statt der Charlie-Zone anzuvisieren verbessert den Hit Factor auf einem dynamischen Parcours.
- Persönlicher Rekord: bestes Ergebnis oder beste Zeit eines Schützen in einer bestimmten Disziplin, genutzt, um seinen Fortschritt zu messen. Beispiel: seinen persönlichen Rekord in einem Trainingsbuch zu notieren hilft, ein realistisches Ziel für die folgende Saison zu setzen.
Sicherheit und nützliche Abkürzungen
Eine Handvoll Abkürzungen und Sicherheitsregeln kehrt in allen Disziplinen wieder, ein letzter Durchgang drängt sich auf.
- Schießlinie (Schießstand): abgegrenzter Bereich, von dem aus geschossen wird, dessen Zugang streng vom Schießkommando geregelt ist. Beispiel: die Schießlinie ohne Genehmigung während einer aktiven Schussphase zu überschreiten wird sofort geahndet, selbst versehentlich.
- Sicherheitswinkel: Bereich, in dem eine Waffe unter allen Umständen gerichtet bleiben muss, um jedes Risiko zu vermeiden, auch außerhalb der Schussphase. Beispiel: ein Trainer weist systematisch einen Anfänger zurecht, der seine Waffe aus dem Sicherheitswinkel abdriften lässt, während er sich zum Sprechen umdreht.
- Hahn (gespannte Position): Zustand einer Waffe, bereit zum Feuern, sobald der Abzug gedrückt wird, zu unterscheiden von der entspannten Waffe. Beispiel: bei manchen alten Waffen muss der Hahn vor jedem Schuss manuell gespannt werden, im Gegensatz zu modernen Doppelaktionswaffen.
- Sicherungsraste: mechanische Einrichtung, die Abzug oder Schlagbolzen blockiert, um einen ungewollten Schuss zu verhindern. Beispiel: die Sicherungsraste am Ende jeder Serie einzulegen gehört zu den erwarteten Automatismen schon ab den ersten Trainingseinheiten.
- Schützenverband: nationaler Verband, der das zivile Sportschießen in Frankreich organisiert und regelt. Beispiel: der Schützenverband veröffentlicht jedes Jahr den offiziellen Kalender der auf regionaler und nationaler Ebene anerkannten Wettkämpfe.
- Fördermittel oder Vereinsäquivalent: Strukturen oder Vereinsstatus, die einen Teil der Ausrüstung eines angeschlossenen Vereins finanzieren können, ein Begriff aus internen Verwaltungsdokumenten. Beispiel: ein Verein, der einen Förderantrag stellt, erwähnt manchmal solche Fördermittel, um Zielmaterial zu finanzieren.
- UIT / ISSF: internationaler Verband, der die Regeln der olympischen Sportschießdisziplinen festlegt, Referenz für genormte Ziele und Distanzen. Beispiel: eine ISSF-konforme Scheibe ist unerlässlich, damit ein Ergebnis auf internationaler Ebene anerkannt wird.
- Trainingsbuch (Schießbuch): Dokument oder App, das Einheiten, Ergebnisse und Fortschritt eines Schützen im Zeitverlauf festhält, sowohl im Freizeit- als auch im Wettkampfbereich nützlich. Beispiel: sein Trainingsbuch vor einem Wettkampf noch einmal durchzulesen hilft, die Bedingungen zu erkennen, unter denen die besten Ergebnisse erzielt wurden.
- Entladene / neutralisierte Waffe: geprüfter und angesagter Zustand einer Waffe ohne Munition weder in der Kammer noch im Magazin, Grundvoraussetzung für jede Handhabung außerhalb des Schießens. Beispiel: laut “Waffe entladen” zu sagen, während man die geöffnete Kammer zeigt, gehört zum Sicherheitsritual im Verein.
- Sicherheitszone (Safe Area): dedizierter Bereich, in dem eine Waffe außerhalb des Schießens gehandhabt werden kann, Magazin entfernt und Kammer offen, außerhalb jeder aktiven Schussphase. Beispiel: die Sicherheitszone eines Vereins für dynamisches Schießen erlaubt es, ohne Munition leer zu ziehen, um zu trainieren.
- Allgemeine Sicherheitsregeln: Satz von Grundregeln (Waffe immer sicher gerichtet, Finger außerhalb des Abzugs bis zum Zielen, Waffe immer als geladen betrachten), die ab der ersten Trainingseinheit vermittelt werden. Beispiel: die vier allgemeinen Sicherheitsregeln werden in den meisten Vereinen per Aushang in Erinnerung gerufen.
- Finger außerhalb des Abzugs: Sicherheitsregel, die vorschreibt, den Finger am Gehäuse entlang zu halten, außerhalb des Abzugs, solange die Waffe nicht auf das Ziel ausgerichtet ist. Beispiel: ein Trainer korrigiert sofort einen Anfänger, der den Finger am Abzug hält, während er sich bewegt, auch ohne Schussabsicht.
- RSO (Sicherheitsverantwortlicher): benannte Person, die die Sicherheit eines dynamischen Schießparcours überwacht und den Wettkampf bei Bedarf unterbricht. Beispiel: der RSO kann einen Parcours sofort stoppen, wenn ein Schütze eine gefährliche Bewegung ausführt, unabhängig von seiner laufenden Leistung.
- Sicherheitsbriefing (Briefing): mündliche Vorstellung der Regeln und des Ablaufs eines Wettkampfs, vor Beginn eines Matches oder Parcours gegeben. Beispiel: das Sicherheitsbriefing präzisiert immer die verbotenen Zonen und die für den Tagesparcours spezifischen Disqualifikationsbedingungen.
Ergänzendes Vokabular: Verein, Training und gängige Ausrüstung
Ein letzter Satz von Begriffen kehrt oft in informellen Gesprächen zwischen Schützen wieder, ohne strikt einer einzigen Kategorie anzugehören.
- Trainer (Ausbilder): diplomierte Person, die das Lernen und den Fortschritt der Schützen innerhalb eines angeschlossenen Vereins betreut. Beispiel: ein Trainer passt seine Ratschläge je nach angestrebter Disziplin an, da Präzision und dynamisches Schießen unterschiedliche technische Bezugspunkte erfordern.
- Freies Training: Zeitfenster, in dem ein Lizenzinhaber ohne direkte Betreuung durch einen Trainer trainiert, gemäß der Vereinsordnung. Beispiel: freies Training setzt ausreichende Selbstständigkeit bei den grundlegenden Sicherheitsgesten voraus, vorab vom Verein bestätigt.
- Einzelstand (Stand): abgegrenzter, einem Schützen an der Schießlinie während einer Einheit oder eines Wettkampfs zugewiesener Platz. Beispiel: jeder Stand ist mit einem eigenen Zielrückholsystem ausgestattet, unabhängig vom Nachbarn.
- Papierscheibe: Trefferunterlage aus Papier, bedruckt mit konzentrischen Zonen oder Tiersilhouetten je nach Disziplin. Beispiel: eine durch Feuchtigkeit beschädigte Papierscheibe verfälscht manchmal das genaue Ablesen der Treffer an der Zonengrenze.
- Zielrückholsystem: elektrisches oder manuelles System, das die Scheibe zur Kontrolle zum Schützen bringt und dann wieder in Schießposition zurückführt. Beispiel: das Zielrückholsystem erleichtert die Trefferkontrolle erheblich, ohne sich auf der Schießlinie bewegen zu müssen.
- Büchsenmacher: zugelassener Fachmann für Verkauf, Wartung und Reparatur von Waffen, oft für damit verbundene Verwaltungsvorgänge hinzugezogen. Beispiel: ein Büchsenmacher kann bei der Wahl einer ersten, zur angestrebten Disziplin und Statur des Schützen passenden Waffe beraten.
- Pflege (Waffenreinigung): Gesamtheit der Reinigungs- und Schmierarbeiten nach jeder Einheit, um die Zuverlässigkeit der Waffe zu bewahren. Beispiel: die Pflege nach einer Schwarzpulver-Einheit zu vernachlässigen beschleunigt deutlich die Korrosion des Laufs.
- Putzstock (Reinigungsstab): Reinigungszubehör, das in den Lauf eingeführt wird, um Pulver- und Bleirückstände nach dem Schießen zu entfernen. Beispiel: den Putzstock vom Lauf zur Kammer zu führen vermeidet eine Beschädigung der Laufmündung.
- Pflegeset: Werkzeugsatz (Putzstock, Stangen, Bürsten, Mittel), gewidmet der regelmäßigen Reinigung einer Sportwaffe. Beispiel: ein zum genauen Kaliber der Waffe passendes Pflegeset vermeidet eine Beschädigung der Züge durch einen zu breiten Putzstock.
- Transportkoffer: starres, verschließbares Behältnis für den Transport einer Waffe zwischen Wohnsitz und Schießstand. Beispiel: der Transportkoffer muss während der gesamten Fahrt verschlossen bleiben, gemäß den geltenden Transportregeln.
- Mitgliedsbeitrag (Vereinsbeitritt): jährlicher Betrag, den ein Lizenzinhaber für den Zugang zu Einrichtungen und Betreuung eines angeschlossenen Vereins zahlt. Beispiel: der Mitgliedsbeitrag eines Vereins schließt manchmal unbegrenzten Zugang zu freien Trainingszeiten ein, zusätzlich zu betreuten Zeitfenstern.
- Betreutes Zeitfenster: reservierte Trainingszeit, in der ein Trainer die anwesenden Schützen direkt beaufsichtigt, oft für Anfänger empfohlen. Beispiel: ein Anfänger meldet sich in der Regel für mehrere betreute Zeitfenster an, bevor er zum freien Training zugelassen wird.
- Wettkämpfer (im Wettkampf lizenzierter Schütze): Status eines Lizenzinhabers, der regelmäßig an anerkannten Wettkämpfen teilnimmt, im Gegensatz zu rein freizeitlicher Praxis. Beispiel: vom Status Freizeitschütze zu Wettkämpfer zu wechseln bringt oft regelmäßigeres Training und die Führung eines detaillierten Trainingsbuchs mit sich.
- Aufwärmen (Vorbereitungsroutine): Übungs- und Trockenschussserie, die vor einer Einheit oder einem Wettkampf durchgeführt wird, um die Zielbezugspunkte wiederzufinden. Beispiel: das Aufwärmen vor einem Match auszulassen führt oft zu weniger präzisen ersten Schüssen als der Durchschnitt der Serie.
- Nachbesprechung (Einheiten-Feedback): Austauschmoment mit einem Trainer oder unter Schützen nach einer Einheit oder einem Wettkampf, um zu korrigierende Punkte zu analysieren. Beispiel: die Nachbesprechung nach einem Wettkampf erlaubt es oft zu erkennen, dass ein Ergebnisabfall am Matchende eher an Ermüdung als an einem Materialproblem lag.
Wie du dieses Lexikon im Alltag nutzt
Ein Glossar hat nur dann Wert, wenn es wirklich auf dem Platz hilft. Hier sind drei konkrete Wege, es zu nutzen, ohne es zur Lernpflicht zu machen.
- Lies den Abschnitt “Verwaltung” noch einmal, kurz bevor du deinen Genehmigungsantrag zusammenstellst oder deine Lizenz verlängerst, präzise Begriffe vermeiden Hin und Her mit der Behörde.
- Nutze den Abschnitt “Wettkampf” als Referenz vor deinem ersten offiziellen Wettkampf, um die Kommandos und das Vokabular des Regelhefts zu verstehen.
- Kehre nach einer enttäuschenden Einheit zum Abschnitt “Technik” zurück: den beobachteten Fehler präzise zu benennen (Antizipation, schlechtes Nachhalten, verlorene Ausrichtung) hilft einem Trainer, die Korrektur gezielt anzusetzen.
Die Beherrschung des Vokabulars ersetzt nie das betreute Training, beschleunigt aber den Austausch mit einem erfahrenen Trainer oder einer im Verein getroffenen Regionalmeisterin. Präzises Vokabular bedeutet auch weniger Missverständnisse zur Sicherheit — und beim Sportschießen geht Sicherheit immer vor allem anderen.
FAQ
F: Warum fehlt das Wort “Abzugszunge” in diesem Lexikon, obwohl man es oft hört? A: Dieses Wort bezeichnet in Wirklichkeit ein internes Teil des Abzugsmechanismus, nicht die vom Finger betätigte Bedienung. Der korrekte, in diesem Glossar verwendete Begriff ist “Abzug” oder “Züngel”.
F: Muss man dieses gesamte Vokabular vor der ersten Vereinseinheit kennen? A: Nein, ein Trainer erklärt die Grundlagen direkt in der Situation schon beim ersten Besuch. Dieses Lexikon dient vor allem als Nachschlagewerk, das du nach und nach konsultierst, sobald dir ein neuer Begriff begegnet.
F: Ist das Vokabular in allen Disziplinen dasselbe? A: Der technische Grundstock (Abzug, Zielen, Rückstoß) ist gemeinsam, aber jede Disziplin fügt ihre eigenen Regel- und Wertungsbegriffe hinzu, besonders im dynamischen Schießen und Wurfscheibenschießen.
F: Wo finde ich die offizielle Definition eines Regelbegriffs, der nicht in diesem Lexikon steht? A: Das Reglement der betreffenden Disziplin, erhältlich beim Verein oder auf der Website des Verbands, bleibt die Referenzquelle für jeden wettkampfspezifischen Begriff.
F: Deckt dieses Lexikon auch das Vokabular des Munition-Wiederladens ab? A: Die Grundlagen sind enthalten (Hülse, Zündkapsel, Pulver, Geschoss, Munitionscharge), aber das vollständige Wiederladen hat sein eigenes, detailliertes Fachvokabular, das am besten mit einem erfahrenen, bereits geschulten Vereinsschützen besprochen wird.

